{"id":50472,"date":"2021-06-07T13:03:41","date_gmt":"2021-06-07T11:03:41","guid":{"rendered":"https:\/\/synagoge-siegen.de\/?page_id=50472"},"modified":"2021-10-05T11:23:53","modified_gmt":"2021-10-05T09:23:53","slug":"die-geschichte-der-juden-in-siegen-und-im-siegerland-bis-1867","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/synagoge-siegen.de\/de\/die-geschichte-der-juden-in-siegen-und-im-siegerland-bis-1867","title":{"rendered":"Die Geschichte der Juden in Siegen und im Siegerland bis&nbsp;1867"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=\u201e1\u201c module_id=\u201einfo\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c background_color=\u201e#99b2b7\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_row _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_column type=\u201e4_4\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_image src=\u201ehttps:\/\/synagoge-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Window.svg\u201c title_text=\u201eWindow\u201c admin_label=\u201eIcon Synagoge Siegen\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c width=\u201e15vw\u201c width_tablet=\u201c\u201c width_phone=\u201e20vw\u201c width_last_edited=\u201eon|phone\u201c module_alignment=\u201ecenter\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c||||||||\u201c text_text_color=\u201c#FFFFFF\u201c header_font=\u201c|700||on|||||\u201c header_text_align=\u201ecenter\u201c header_letter_spacing=\u201e1px\u201c header_line_height=\u201e1.3em\u201c header_3_font=\u201c|300|||||||\u201c header_4_font=\u201c|300|||||||\u201c background_layout=\u201edark\u201c header_font_size_tablet=\u201c\u201c header_font_size_phone=\u201e24px\u201c header_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<h1>Die Geschichte der Juden in Siegen und im Siegerland bis&nbsp;1867<\/h1>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=\u201e1\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c background_color=\u201e#f2f2f2\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_row column_structure=\u201e1_2,1_2\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_column type=\u201e1_2\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_image src=\u201ehttps:\/\/synagoge-siegen.de\/wp-content\/uploads\/Fachwerkhaus-Burgholdinghausen.jpg\u201c title_text=\u201eFachwerkhaus-Burgholdinghausen\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c custom_margin=\u201c||0px||false|false\u201c custom_padding=\u201c||0.5em||false|false\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][\/et_pb_image][et_pb_text admin_label=\u201eBildunterschrift\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c|300|||||||\u201c header_text_align=\u201eleft\u201c header_6_font=\u201c||||||||\u201c header_6_text_align=\u201eleft\u201c header_6_text_color=\u201e#000000\u201c header_6_font_size=\u201e0.7em\u201c header_6_letter_spacing=\u201e1px\u201c header_6_line_height=\u201e1.3em\u201c header_6_font_size_tablet=\u201c\u201c header_6_font_size_phone=\u201e10pt\u201c header_6_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<h6>Der erste namentlich bekannte Jude des Siegerlandes lebte nicht in der Stadt Siegen, sondern in dem kleinen Dorf Burgholdinghausen am \u00e4u\u00dfersten Rand des F\u00fcrstentums Nassau-Siegen. Es war ein Handelsknecht namens Benjamin Moses, der aus Attendorn im Sauerland stammte und 1797 ein Grundst\u00fcck auf dem Rittergut erwerben durfte. Das war ihm nur m\u00f6glich, weil Burgholdinghausen eine Exklave war: Das Sieben-H\u00e4user-Dorf geh\u00f6rte zu den L\u00e4ndereien des Freiherrn zu F\u00fcrstenberg, der den Juden wohlgesonnen war, weil sie ihm f\u00fcr seine gesch\u00e4ftlichen Verbindungen n\u00fctzlich waren. Der Friedhof, den Benjamin Moses 1804 nach dem Tod seiner Frau anlegte, ist die \u00e4lteste j\u00fcdische Begr\u00e4bnisst\u00e4tte im Siegerland, die erhalten geblieben ist.<\/h6>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=\u201e1_2\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_text _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c|300|||||||\u201c text_text_color=\u201e#134063\u201c text_line_height=\u201e1.4em\u201c background_enable_color=\u201eoff\u201c text_font_size_tablet=\u201c\u201c text_font_size_phone=\u201e16px\u201c text_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<p>Das s\u00fcdwest\u00adf\u00e4\u00adli\u00adsche Sieger\u00adland geh\u00f6rt zu jenen Regionen in Deutsch\u00adland, in denen sich jahr\u00adhun\u00adder\u00adte\u00adlang keine Juden ansie\u00addelten durften. Die \u00e4lteste urkund\u00adliche Erw\u00e4hnung von Juden in Siegen stammt aus dem Jahr 1253, doch die mittel\u00adalterliche j\u00fcdische Gemeinde wurde vermut\u00adlich w\u00e4hrend der Pest\u00adpo\u00adgrome 1349\/50 ausge\u00adl\u00f6scht. Bis in die napo\u00adleo\u00adni\u00adsche Zeit hinein (um 1800) verwei\u00adgerte das F\u00fcrs\u00adten\u00adhaus Nassau J\u00fcdinnen und Juden das Aufent\u00adhalts\u00adrecht im Sieger\u00adland. Erst als unter dem Einfluss der Fran\u00adz\u00f6\u00adsi\u00adschen Revo\u00adlu\u00adtion (1789) und der Aufkl\u00e4\u00adrung den Juden in den deutschen Landen mehr Rechte und Frei\u00adheiten gew\u00e4hrt wurden, konnte sich 1815 zum ersten Mal seit dem Mittel\u00adalter eine j\u00fcdische Familie in Siegen nieder\u00adlassen. Es dauerte jedoch weitere drei Jahr\u00adzehnte, ehe ihr 1843 die Stadt das B\u00fcrger\u00adrecht gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>Ein nennens\u00adwertes j\u00fcdischen Leben in Siegen l\u00e4sst sich ab 1867 verzeichnen, als mehrere j\u00fcdische Familien aus dem angren\u00adzenden Sauerland und Witt\u00adgen\u00adstein in die wachsende Indus\u00adtrie\u00adstadt zogen. 1884 gr\u00fcndeten sie eine Gemeinde, die sich zwanzig Jahre sp\u00e4ter (1904) eine Synagoge errich\u00adtete. Die Gemeinde, die meist um die hundert Mitglieder z\u00e4hlte, bestand jedoch keine sechs Jahr\u00adzehnte: Im Februar 1943 wurden die letzten Siegener J\u00fcdinnen und Juden in die national\u00adsozialistischen Vernich\u00adtungs\u00adlager depor\u00adtiert. Zuvor hatten am 10.&nbsp;November 1938 Siegener SS- und SA-M\u00e4nner die Synagoge in Brand gesteckt und zerst\u00f6rt. Seit 1945 lebten und leben nur verein\u00adzelt J\u00fcdinnen und Juden in Siegen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_column type=\u201e4_4\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_accordion _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_accordion_item title=\u201eJuden im mittel\u00adal\u00adter\u00adli\u00adchen Siegen bis 1350\u201c open=\u201eon\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<p>Zwischen dem 11. und 13. Jahr\u00adhun\u00addert wurden vor allem an Fl\u00fcssen und Handels\u00adstra\u00dfen zahl\u00adreiche neue St\u00e4dte gegr\u00fcndet, in denen sich auch Juden nieder\u00adlie\u00dfen. H\u00e4ufig befanden sie sich auf Grund und Boden eines Erzbis\u00adtums, so wie das knapp hundert Kilometer \u00f6stlich von K\u00f6ln gelegene Siegen. Die K\u00f6lner Erzbi\u00adsch\u00f6fe waren bestrebt, m\u00f6glichst gro\u00dfe Einnahmen aus dem \u201eJuden\u00adschutz\u201c zu gewinnen, sodass sie die Ansied\u00adlung von Juden in ihren weit verstreut liegenden Besitz\u00adt\u00fc\u00admern f\u00f6rderten. Dem Erzbistum K\u00f6ln geh\u00f6rte jedoch nur die H\u00e4lfte der etwa 700 Einwohner z\u00e4hlenden Stadt, die 1097 als Sigena zum ersten Mal urkund\u00adlich erw\u00e4hnt worden war; es musste sich die Herr\u00adschaft mit den \u00f6rtlichen Grafen von Nassau teilen.<\/p>\n<p>Einem Vertrag zwischen den beiden Parteien ist die erste urkund\u00adliche Erw\u00e4hnung von Juden in Siegen zu verdanken: 1253 regelten Erzbi\u00adschof und Grafen die Vertei\u00adlung ihrer Einnahmen aus Zoll, M\u00fcnze, Steuern und dem Schutz\u00adgeld, das die Juden zu zahlen hatten. Die Formu\u00adlie\u00adrung \u201ewenn der Zuwachs an Juden anh\u00e4lt\u201c deutet darauf hin, dass schon l\u00e4nger Juden in Siegen lebten. 1278 wird eine aus Siegen stammende J\u00fcdin nament\u00adlich erw\u00e4hnt: Sara, die Witwe eines Rabbiners namens Salomon Hakohen. Sie erwarb von der Tochter des verstor\u00adbenen K\u00f6lner Ober\u00adrab\u00adbi\u00adners Samuel einen Anteil an deren Haus in der Engler\u00adgasse zu&nbsp;K\u00f6ln.<\/p>\n<p>\u00dcber die Anzahl der ersten Juden in Siegen ist nichts bekannt. Sch\u00e4t\u00adzungen, dass es etwa 25 Familien gewesen seien, sind wahr\u00adschein\u00adlich nicht zutref\u00adfend, denn eine solch gro\u00dfe Gemeinde h\u00e4tte Spuren hinter\u00adlassen m\u00fcssen. Vermut\u00adlich teilten die Siegener Juden das Schicksal der unge\u00adz\u00e4hlten Gemeinden, die w\u00e4hrend der Pest\u00adpo\u00adgrome von 1349\/50 ausge\u00adl\u00f6scht wurden, denn \u00fcber 400 Jahre lang finden sie keine Erw\u00e4hnung mehr in den Chroniken.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=\u201e1350 bis 1806: Juden\u00adfeind\u00adliche Gesetze im F\u00fcrs\u00adtentum Nassau-Siegen\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c open=\u201eoff\u201c]<\/p>\n<p>Die Herr\u00adschaften des F\u00fcrs\u00adten\u00adtums Nassau-Siegen geh\u00f6rten zu jenen Klein\u00adherr\u00adschern, die im zersplit\u00adterten Heiligen R\u00f6mischen Reich deutscher Nation Juden auf ihren Terri\u00adto\u00adrien nicht duldeten: Seit 1515 erlie\u00dfen sie immer wieder Anord\u00adnungen, in denen sie Juden unter\u00adsagten, sich ohne ausdr\u00fcck\u00adliche Geneh\u00admi\u00adgung in ihren L\u00e4ndern aufzu\u00adhalten. Ihren christ\u00adli\u00adchen Unter\u00adtanen verbot das F\u00fcrs\u00adten\u00adhaus, mit Juden zu handeln und Gemein\u00adschaft zu haben oder sich gar Geld von ihnen zu leihen.<\/p>\n<p>Erst nach dem Drei\u00ad\u00dfig\u00adj\u00e4h\u00adrigen Krieg (1618\u20131648) lockerten auch die Nassauer etwas ihre anti\u00adj\u00fc\u00addi\u00adsche Politik. Zumindest zu den f\u00fcnf gro\u00dfen M\u00e4rkten im Jahr durften einzelne j\u00fcdische H\u00e4ndler die Stadt Siegen betreten, aller\u00addings jeweils nur f\u00fcr zwei Tage. Die Verord\u00adnungen begannen jedes Jahr mit demselben Satz: \u201eEmpfang von Italie\u00adnern, Franzosen, Kr\u00e4mern und Juden.\u201c Au\u00dferhalb dieser Jahr\u00adm\u00e4rkte wurden Juden \u2013 wie auch die \u201eHausierer, G\u00e4ngeler, Quack\u00adsalber, Land\u00adstrei\u00adcher, Th\u00fcringer und Brabanter\u201c \u2013 jedoch weiterhin nicht geduldet. Die Begr\u00fcn\u00addung: \u201eDa sonst die allhie\u00adsige Kr\u00e4mer\u00adschaft Schaden erleiden w\u00fcrde\u201c. Handels\u00adjuden wurde auch dann die Aufnahme verwehrt, wenn sie ihren Bitt\u00adschreiben F\u00fchrungs\u00adzeug\u00adnisse ihrer bishe\u00adrigen Wohnorte beif\u00fcgten, die ihnen einen \u201etadel\u00adlosen Handel und Wandel\u201c best\u00e4\u00adtigten. Noch 1706 erneuerte die f\u00fcrst\u00adliche Obrigkeit das Privileg f\u00fcr die Siegener Kaufleute, \u201edass Juden die Nieder\u00adlas\u00adsung und Gr\u00fcndung von Gesch\u00e4ften untersagt\u201c war. Dieses Privileg, das 1770 bekr\u00e4f\u00adtigt wurde, sollte 140 Jahre in Kraft bleiben. Es wurde erst mit der Gewerbe-Ordnung von 1845 aufgehoben.<\/p>\n<p>Gleich\u00adwohl gab es auch einige wenige Juden, denen die nassaui\u00adschen F\u00fcrsten wohl\u00adge\u00adsonnen waren: ihren Hofjuden. Die soge\u00adnannten Hofjuden dienten als Kredit\u00adver\u00admittler, Finanz\u00adbe\u00adrater und Faktoren (Beschaffer von Waren aller Art) den abso\u00adlu\u00adtis\u00adti\u00adschen F\u00fcrsten, die nach dem Drei\u00ad\u00dfig\u00adj\u00e4h\u00adrigen Krieg ihre zerst\u00f6rten Lande wieder aufbauen mussten und auf die weit verzweigten Verbin\u00addungen j\u00fcdischer Familien zur\u00fcck\u00adgriffen. Die Hofjuden und ihre Familien, deren Zahl auf maximal zwei Prozent der j\u00fcdischen Bev\u00f6l\u00adke\u00adrung gesch\u00e4tzt wird, genossen Reich\u00adt\u00fcmer und Privi\u00adle\u00adgien, von denen andere Juden nicht einmal tr\u00e4umen konnten, waren aber zugleich \u2013 wie ihre mittel\u00adal\u00adter\u00adli\u00adchen Vorfahren \u2013 auf Gedeih und Verderb den Launen ihrer Herrscher ausge\u00adlie\u00adfert. Als Berater war ihr Einfluss vielfach gr\u00f6\u00dfer als der mancher Minister, aller\u00addings hatten sie als freie Unter\u00adnehmer ein ungleich h\u00f6heres finan\u00adzi\u00adelles Risiko zu tragen. Kaum ein Provinz\u00adf\u00fcrst wollte auf die Dienste eines \u00bbHofbe\u00adreiten Juden\u00ab verzichten, wie die j\u00fcdischen Kammer\u00addiener und Haus\u00adhof\u00admeister erstmals 1582&nbsp;in Wien genannt worden waren. So hielt sich auch der F\u00fcrst von Nassau-Siegen stan\u00addes\u00adgem\u00e4\u00df seine Hofjuden, denen er auf f\u00fcnf Jahre befris\u00adtete Schutz\u00adbriefe gew\u00e4hrte. Diese Kammer\u00addiener oder Haus\u00adhof\u00admeister durften, um etwa die Fleisch\u00adver\u00adsor\u00adgung des Hofes zu gew\u00e4hr\u00adleisten, im \u201eganzen Land handeln und wandeln\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=\u201e1806\u20131867: Einsamer Kampf einer j\u00fcdischen Familie um das B\u00fcrger\u00adrecht\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c open=\u201eoff\u201c]<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zeit der napo\u00adleo\u00adni\u00adschen Besatzung des Sieger\u00adlandes (1806\u20131813) nutzten einige wenige j\u00fcdischen H\u00e4ndler und Kaufleute die neuen Frei\u00adheiten, um sich vor\u00fcber\u00adge\u00adhend in Siegen aufzu\u00adhalten. 1810 zog auch der 1788 im Hessi\u00adschen geborene H\u00e4ndler Isaac Rosenberg in die Stadt \u2013 er ist der erste nament\u00adlich erw\u00e4hnte Siegener Jude. Rosenberg wollte dauerhaft bleiben, denn 1815 bean\u00adtragte er das B\u00fcrger\u00adrecht. In jenem Jahr lebten 3052 Refor\u00admierte, 545 Katho\u00adliken und 30 Luthe\u00adraner in der Stadt Siegen.<\/p>\n<p>Rosen\u00adbergs Kampf um das B\u00fcrger\u00adrecht w\u00e4hrte fast drei Jahr\u00adzehnte, ehe es ihm \u2013 jedoch nicht seiner Ehefrau Betty \u2013 1843 endlich gew\u00e4hrt wurde. Die Rosen\u00adbergs waren mit ihren sieben Kindern und zwei M\u00e4gden die erste j\u00fcdische Familie in Siegen seit dem Mittel\u00adalter. Sie blieben auch lange die einzige, denn erst im Dezember 1848 erhielt mit dem aus Lenhausen im Sauerland stam\u00admenden H\u00e4ndler und Metzger Isaac Lenneberg ein zweiter Jude das Aufent\u00adhalts- und B\u00fcrger\u00adrecht; ebenfalls gegen heftige Wider\u00adst\u00e4nde. Mit dem Zuzug der Familie Lenneberg stieg die Zahl der in Siegen lebenden J\u00fcdinnen und Juden auf 23 an (1849).<\/p>\n<p>Der Aufschwung war jedoch nicht von Dauer, denn die kleinen Gesch\u00e4fte, die beide Familien betrieben, sicherten ihnen kaum das \u00dcberleben. Ihre wirt\u00adschaft\u00adliche Situation war derart prek\u00e4r, dass die Kinder nach ausw\u00e4rts heira\u00adteten oder nach Amerika auswan\u00adderten. Ihre Toten bestat\u00adteten die Rosen\u00adbergs und Lenne\u00adbergs auf den Fried\u00adh\u00f6fen in Burg\u00adhol\u00adding\u00adhausen oder im sauer\u00adl\u00e4n\u00addi\u00adschen Neuenkle\u00adus\u00adheim, wo sich auch die n\u00e4chst\u00adge\u00adle\u00adgene Synagoge befand. 1855 wohnten nur noch Isaac und Betty Rosenberg mit einer Enkelin und einer Magd in Siegen. Nach dem Tode ihres Mannes verlie\u00df 1858 Betty Rosenberg die Stadt. Von 1859 bis 1867 lebten keine J\u00fcdinnen und Juden in Siegen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][\/et_pb_accordion][et_pb_text _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c|300|||||||\u201c text_text_color=\u201ergba(19,64,99,0.58)\u201c text_line_height=\u201e1.4em\u201c background_enable_color=\u201eoff\u201c text_font_size_tablet=\u201c\u201c text_font_size_phone=\u201e16px\u201c text_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_module=\u201e50670\u201c saved_tabs=\u201eall\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Text: Uwe von Seltmann (2021)<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row column_structure=\u201e1_5,3_5,1_5\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_column type=\u201e1_5\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][\/et_pb_column][et_pb_column type=\u201e3_5\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_button button_url=\u201c@ET-DC@eyJkeW5hbWljIjp0cnVlLCJjb250ZW50IjoicG9zdF9saW5rX3VybF9wYWdlIiwic2V0dGluZ3MiOnsicG9zdF9pZCI6IjUwNDg1In19@\u201c button_text=\u201eDie J\u00fcdische Gemeinde Siegen (1884\u20131943)\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _dynamic_attributes=\u201ebutton_url\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][\/et_pb_button][\/et_pb_column][et_pb_column type=\u201e1_5\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=\u201e1\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c background_enable_color=\u201eoff\u201c use_background_color_gradient=\u201eon\u201c background_color_gradient_start=\u201e#7c3a36\u201c background_color_gradient_end=\u201e#7c5350\u201c background_color_gradient_type=\u201eradial\u201c global_colors_info=\u201c{%22gcid-3a267e35-1aea-4055-a29f-98acaeba1133%22:%91%22colorEnd%22%93}\u201c][et_pb_row _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_column type=\u201e4_4\u201c _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c][et_pb_text _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c|300|||||||\u201c text_text_color=\u201c#FFFFFF\u201c text_font_size=\u201e48px\u201c text_line_height=\u201e1.3em\u201c header_4_font=\u201c|300|||||||\u201c background_enable_color=\u201eoff\u201c background_layout=\u201edark\u201c custom_padding=\u201e1em|1em|1em|1em|true|true\u201c text_font_size_tablet=\u201e36px\u201c text_font_size_phone=\u201e18px\u201c text_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<p>These words are dedicated to those who died<br>because death is a punish\u00adment<br>because death is a reward<br>because death is the final rest<br>because death is eternal rage<br>These words are dedicated to those who died<br>Bashert<\/p>\n<p>These words are dedicated to those who survived<br>because life is a wilder\u00adness and they were savage<br>because life is an awakening and they were alert<br>because life is flowering and they blossomed<br>because life is a struggle and they struggled<br>because life is a gift and they were free to accept it<br>These words are dedicated to those who survived<br>Bashert<\/p>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text _builder_version=\u201e4.9.4\u201c _module_preset=\u201edefault\u201c text_font=\u201c|||on|||||\u201c text_text_color=\u201c#FFFFFF\u201c text_letter_spacing=\u201e2px\u201c text_line_height=\u201e1.4em\u201c header_4_font=\u201c|300|||||||\u201c background_enable_color=\u201eoff\u201c background_layout=\u201edark\u201c custom_padding=\u201e1em|1em|1em|1em|true|true\u201c text_font_size_tablet=\u201e18px\u201c text_font_size_phone=\u201e14px\u201c text_font_size_last_edited=\u201eon|phone\u201c global_colors_info=\u201c{}\u201c]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ausschnitt aus dem Gedicht \u201ebashert\u201c von Irena Klepfisz<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Juden in Siegen und im Sieger\u00adland bis 1867Der erste nament\u00adlich bekannte Jude des Sieger\u00adlandes lebte nicht in der Stadt Siegen, sondern in dem kleinen Dorf Burg\u00adhol\u00adding\u00adhausen am \u00e4u\u00dfersten Rand des F\u00fcrs\u00adten\u00adtums Nassau-Siegen. 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